Die Schönheit unserer Natur in Bildern
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Polarlichter - Farbenzauber am Nachthimmel

Polarlichter in unseren Breiten sind viel häufiger als viele annehmen. Manchen ist gar nicht bekannt, dass man sie auch in Deutschland hin und wieder beobachten kann.
Im äußersten Norden sind im Sonnenmaximum sogar alle paar Tage bis Wochen Nordlichter zu sehen, oder zumindest mit der richtigen Kameraausrüstung nachweisbar. Allerdings ist es durch die heutige zivilisatorische Lichtverschmutzung häufig schwer bis unmöglich, die nächtlichen Lichter der Natur zu beobachten. Dafür benötigt man einen möglichst dunklen Ort.

Da das menschliche Auge im Dunkeln schlecht Farben wahrnimmt, sind die meisten Polarlichter in unseren Breiten für das Auge farblos. Nur sehr helle Polarlichter lassen auch Farben erkennen, meist Grün oder Rot, wobei rotes Polarlicht in mittleren Breiten häufiger zu sehen ist. Dies hängt mit der Stärke und Form des Erdmagnetfeldes sowie dem Aufbau der Atmosphäre zusammen. Polarlichter entstehen durch i.d.R. geladene Teilchen des Sonnenwindes (vor allem Elektronen, Protonen bzw. Wasserstoff und Heliumteilchen), die sobald sie auf das Erdmagnetfeld treffen, sich entlang der Feldlinien zu den Polen bewegen. Je stärker (d.h. dichter, schneller oder geladener) der Teilchenstrom von der Sonne Richtung Erde, desto tiefer können die Teilchen ins Erdmagnetfeld eindringen und somit neben den hohen (geomagnetischen) Breiten auch südlichere Breiten erreichen.
Sehr heftige Sonnenstürme haben vor Jahren und Jahrzehnten schon Polarlichter bis in die Tropen, ja sogar fast bis zum Äquator (Venezuela, Kuba usw.) ermöglicht. Der aktuelle Sonnenzyklus Nr. 24, dessen Maximum zwischen 2011 und 2015 stattfand, war deutlich schwächer ausgeprägt, als die vorhergehenden und hat keine derart spektakulären Ereignisse hervorgebracht. Dennoch gab es vereinzelt Sichtungen bis bspw. nach Italien oder Kalifornien.

In Kiel habe ich seit 2013 etwa 50 Polarlichter beobachtet und fotografiert.
Die meisten treten im Frühjahr und Herbst auf, ohnehin ist es im Winter oft witterungsbedingt schwierig, im Sommer sind dagegen die Nächte so kurz, dass nur ein kurzes Zeitfenster vorhanden ist, in dem Polarlichter erkennbar sind. Im Sommer können sie allerdings in seltenen Fällen zusammen mit nachtleuchtenden Wolken auftreten, in der Regel beträgt das Zeitfenster hierfür ungefähr zwei Stunden um Mitternacht.
Im Folgenden einige Bilder von verschiedenen, aus allen meinen Sichtungen ausgewählten Polarlichtern in Schleswig-Holstein.



Polarlicht am 27.02.2014 bei Kiel
Ein sehr helles Nordlicht, bei dem die Farben mit bloßem Auge sichtbar waren und sich die Strahlen bis in etwa 40 Grad Höhe erstreckten. Eines meiner ersten selbst beobachteten Nordlichter und eine Nacht, die ich nie vergessen werde.



Polarlicht am 12./13.09.2014
Ein mittleres Polarlicht, das ich auf dem Ellenbogen auf Sylt (dem nördlichsten Ort Deutschlands) beobachten konnte. Durch den Mond und Dunst über der Nordsee war visuell relativ wenig - aber immerhin einige Strahlen - zu erkennen.



Polarlicht am 18.02.2015

Ein dank großflächiger Bewölkung in Deutschland nur von sehr wenigen Leuten beobachtetes Nordlicht, das allerdings auch deutlich zu sehen war. Letztlich wurde es irgendwann auch bei mir von Wolken verschlungen.











Polarlicht am 17./18.03.2015

Dieses Polarlicht war das eindrucksvollste des 24. Sonnenzyklus und es bescherte mir eine weitere unvergessliche Nacht am Ostseestrand. Ich fuhr mit dem Rad nach Stohl zur Steilküste und als ich gegen 20:30 Uhr dort ankam, war es schon in vollem Gange, allerdings noch stark durch Wolken verdeckt. Es dauerte die ganze Nacht hindurch an und war zu den hellsten Phasen sehr hell und hoch über der Ostsee, es spiegelte sich sogar hell im eigentlich gar nicht glatten Wasser. Einzelne Strahlen zogen für kurze Zeit durch den großen Wagen, der im Zenit stand. Eine richtige Korona bildete sich aber leider nicht aus. Schwaches flächiges grünes Leuchten und grün aufleuchtende Flecken traten im Westen und Osten, sowie ebenfalls im Zenit auf. Gegen halb 1 nahm die Aktivität merklich ab, flammte aber gegen 2 Uhr morgens nochmal in nicht ganz so großer Intensität auf. Zu den aktivsten Zeiten war das Polarlicht so ausgedehnt und hoch, dass ich kaum mit Vordergrundelementen arbeiten konnte und lediglich noch die Wasseroberfläche der Ostsee ein wenig mit aufs Bild nahm.




Polarlicht am 16./17.04.2015

Ein zuerst nur schwaches, später dann ziemlich helles Polarlicht, das in der Anfangsphase von vielen, zum Ende hin aber nur noch von wenigen anderen auch beobachtet wurde, da die hellste Phase erst gegen Mitternacht eintrat. Ich konnte da zeitweise die roten Vorhänge in Farbe sehen, die Umgebung wurde in der hellsten Phase merklich vom Polarlicht erhellt. Das grüne Polarlicht wurde von dünnen Zirren ein wenig verdeckt, das Rot reichte aber bis zu 45 Grad hoch in den Himmel. Es war somit eines der besten Polarlichter des 24. Zyklus.



Polarlicht am 12./13.05.2015

Das Polarlicht vom 12.05.15 begann schon in der Abenddämmerung als ich noch gar nicht damit rechnete. Ich bemerkte einen seltsamen Streifen am Dämmerungshimmel und als ich auf der Kamera schaute, leuchtete es mich knallrot an. Das heißt es war eher lila, wie die meisten Polarlichter, die noch in der Dämmerung stattfinden. Es gab mehrere kleine Ausbrüche, die schwach mit bloßem Auge zu sehen waren, in einer der letzten dunklen Nächte vor Einsetzen der Mitternachtsdämmerung. Selbst in der Morgendämmerung, die nun bereits gegen 2 Uhr sichtbar wurde, war noch schwach etwas Polarlicht auf meinen Aufnahmen.



Polarlicht am 11.07.2015

Mein erstes Polarlicht, das ich mitten in Kiel über den hellen Hafenlichtern zusammen mit sehr hellen nachtleuchtenden Wolken beobachten konnte. Tatsächlich war das Polarlicht gegen die hell leuchtenden Mesosphärenwolken kaum zu erkennen, muss aber doch einige Helligkeit gehabt haben, da es an diesem Ort nie sehr dunkel ist - für mich eigentlich eine polarlichttechnische No-Go-Area. An diesem Tag aber hatte ich keine Zeit mehr, mich zu einem entlegenen Beobachtungsstandort zu begeben, deshalb radelte ich einfach hinunter ans Wasser. Auf den Bildern ergab es ein sehr schönes Ensemble, wahlweise als gehörnte NLCs, Hütchen-Polarlicht oder NLCs mit Polarlicht-Krone. Dies waren zugleich die letzten Bilder, die ich mit meiner ersten Spiegelreflexkamera (Canon 400D) geschossen habe, bevor ihr Verschluss aus Altersgründen schlapp machte.




Polarlicht am 28.08.2015

Auch in Kiel ist es längst nicht bei jedem Nordlicht, was so daherkommt auch klar, doch natürlich sieht niemand die Bilder der vielen Nächte, die ich mir umsonst um die Ohren schlug. Weil es sie eben nicht gibt. Manchmal hat man aber auch wenigstens ein kleines bisschen Glück im Unglück und es reicht immerhin für einen Nachweis oder ein etwas ungewöhnliches Polarlichtbild. So haben diese Bilder des Nordlichts vom 28.08.15 eine ganz einzigartige Anmutung durch die Farbverläufe, die Wolken und die Landschaft des Birkenmoors nördlich von Kiel.




Polarlichter Anfang September 2015

Vom 04. bis zum 09.09. konnte ich in vier Nächten in (fast unmittelbarer) Folge Nordlichter verschiedener Intensität aufnehmen, einmal sogar aus Kiel heraus. Jedoch war keines davon besonders stark, die Helligkeit schwankte zwischen nur fotografisch nachweisbar und deutlich visuell sichtbar, aber nicht hell.



Polarlicht vom 10./11.10.2015

Ein sehr ungewöhnliches Polarlicht konnte ich zufällig in einer Oktobernacht fotografieren, als ich mich eigentlich dem klaren Sternenhimmel widmen wollte. Dank Norwegenföhns war es extrem klar und an der Steilküste Stohl konnte ich erstmals sogar den Gegenschein beobachten und fotografieren, sowie bereits in den sehr frühen Morgenstunden, noch lange vor Beginn der Dämmerung das Herbstzodiakallicht. Plötzlich stand dann ein feiner schwach pulsierender grüner Bogen über der Ostsee, für etwa eine Stunde, ohne jegliche Vorwarnung oder Auffälligkeit der Sonnenwinddaten. Genauso heimlich wie er gekommen war, verschwand er dann auch wieder.



Polarlicht am 15/16.02.2016 auf Sylt

Bei deutlichen Minusgraden hatte ich mich dank prognostizierter Nordlichtchancen mit Bahn und Rad auf nach List gemacht und konnte dann am Lister Weststrand bei -5°C auf der Düne im Lichte des noch scheinenden Mondes ein schönes Nordlicht beobachten, das deutlich sichtbar über der Nordsee waberte. Allmählich ging dann der Mond unter, das Polarlicht hielt sich noch eine Weile.



Polarlicht am 07.04.2016

Dieses Polarlicht erschien in einer recht schaurigen Nacht, denn es zogen dank Rückseitenwetters immer wieder sehr feuchte Angelegenheiten über Schleswig-Holstein hinweg und so blieb es nicht aus, dass ich auch einmal gehörig nass wurde. Doch in den Wolkenlücken da zeigte sich wunderschönes Polarlicht, das ich am Kaltenhofer Moor erwischte.




Polarlicht am 01./02.05.2016, 08./09.05.2016 und 09./10.05.2016

Anfang Mai 2016 gab es mehrmals Polarlichter in Kiel, kurz bevor wieder die Mitternachtsdämmerung von Mitte Mai bis Mitte Juli einsetzte. Das erste war besonders farbenfroh und gegen Ende auch ziemlich schön anzusehen, während die beiden weiteren dahinter etwas zurück blieben, dafür aber mit einigen hübschen Sternschnuppen und heftigem grünem Airglow garniert wurden.




Polarlicht am 27.03.2017

Seit längerer Zeit das erste ansehnliche Polarlicht, das mich mal wieder jubeln ließ. Ich war extra nach Fehmarn gefahren, da dort die Wetterprognosen und Beobachtungsbedingungen am besten waren.
Es dauerte nur relativ kurz nach der Abenddämmerung und kam im Laufe der Nacht noch mehrmals etwas schwächer wieder. Besonders war der grüne "Sandwichbogen", also zwei grüne Bögen hintereinander. Das hatte ich zuvor noch nicht gehabt.



Sommerpolarlicht am 27.05.2017

Dieses Polarlicht fand während der vom 12.05. bis 02.08. in Kiel nicht mehr in dunkle Nacht übergehenden Dämmerungszeit statt - die berühmte Mitternachtsdämmerung! Es war mit bloßem Auge schlecht zu erkennen, da der Dämmerungssaum ungefähr dieselbe Helligkeit hatte. Nur für kurze Zeit waren schwach ein paar Strahlen mit bloßem Auge sichtbar. Auf den Bildern ist es wegen seiner vom Himmelshintergrund verschiedenen Farbe aber sehr gut zu erkennen. Es war kurios: Ich war eigentlich zum Strand in Schwedeneck gefahren, weil ich dort nach einen anstrengenden Tag ausspannen wollte und hatte noch mit mir gerungen, ob ich die Kamera mitnehmen sollte. Nur gut, dass ich es dann tat, denn erst etwa eine halbe Stunde vor Beginn des Polarlichts wurde ich der günstigen Sonnenwindwerte gewahr und brachte mich in Stellung.




Polarlicht und nachtleuchtende Wolken am 17.07.2017

Die 7 war in diesem Jahr für mich eine magische Zahl. Auch an diesem Tag kam alles wieder ganz anders als gedacht und das in mehrfacher Hinsicht. Mit Freunden war ich nach Fehmarn gefahren, da es eine Polarlichtchance für die kurze Nacht gab. Als erstes tauchten schöne nachtleuchtende Wolken auf, doch das Polarlicht blieb leider aus - so dachten wir. Wir hatten nichts gesehen, weder mit bloßem Auge, noch auf den Kameradisplays. Als ich noch vor Sonnenaufgang am Morgen meine Bilder am PC sichtete, fielen mir auf einmal zarte violette Vorhänge über den NLCs auf. Ich konnte es kaum fassen, da war doch eindeutig Polarlicht auf den Bildern!



Polarlicht am 06.11.2017

Das bisher letzte hellere Nordlicht in 2017 über der Ostsee im Schwedeneck. Es dauerte recht kurz, war aber auch deutlich zu sehen, wohl gerade noch unter der Schwelle der Farbigkeit, es war für mich nur in Grautönen sichtbar. Diesmal sogar ein grünes Mehrfachsandwich. Sozusagen der Big Mac der Polarlichter, aber wesentlich gesünder. :-D Wie ich danach erfuhr, ging es sogar später noch einmal ähnlich eindrucksvoll weiter, aber ich hatte bereits einen langen Tag mit frühem Aufstehen und Filmauftrag hinter mir und irgendwann ist eben auch eine Laura mal am Ende mit ihren Kräften.