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Faszination Dämmerungshimmel

Auch spezielle Erscheinungen am Morgen- und Abendhimmel gehören zu den Phänomenen, die den meisten Menschen gar nicht bekannt oder erklärlich sind.

Hierzu zählt beispielsweise das Purpurlicht, das ein meist eher schwaches violettes Licht ist, welches in der Regel durch ein  Zusammenspiel einer stratosphärischen Aerosolschicht (die sog. Junge-Schicht) mit den ersten bzw. letzten rötlichen Sonnenstrahlen und dem Himmelsblau entsteht. Erreicht das Sonnenlicht gerade so eben noch die untere Stratosphäre, streuen die Aerosole das rote Licht und zusammen mit dem ohnehin stärker gestreuten blauen Licht entsteht ein sanfter Violettton.

Das Purpurlicht kann auftreten, wenn die Sonne etwa zwischen drei und neun Grad unter dem Horizont steht und der Himmel in Richtung Sonne über mehrere hundert Kilometer hinweg weitgehend klar ist. Im Zusammenspiel mit aufgelockerter entfernter Bewölkung können manchmal auch eindrucksvolle Schattenstrahlen im Purpurlicht beobachtet werden.
Das Purpurlicht ist aus mehreren Gründen für das ungeschulte, bloße Auge oft nur schwer wahrzunehmen. Erstens ist es ein großflächiges, meist strukturarmes Phänomen und zweitens passt sich das Auge meist der Lichtfarbe an, sodass man diese nicht sehr gut objektiv wahrnehmen kann, ähnlich wie wenn man sich in einem Raum mit kaltem oder warmem Licht aufhält. Das menschliche Auge - bzw. vielmehr das Gehirn - macht eine Art automatischen Weißabgleich und lässt dadurch keine völlig objektive Wahrnehmung der Farbe des Umgebungslichtes zu. Erst wenn man von einem Raum mit sehr kalter in einen mit sehr warmer Beleuchtung wechselt, merkt man besonders den starken Unterschied der Lichtfarbe. Bei Purpurlichtern kann man die violette Farbe besser wahrnehmen, wenn man den Blick entlang des Horizontes schnell schweifen lässt. In Richtung Sonne kann man dann ein deutliches Violett wahrnehmen, das nach rechts und links entlang des Horizontes verblasst.

Purpurlichter können durch große kurzzeitige Aerosoleinträge in die Stratosphäre für eine gewisse Zeit deutlich stärker ausfallen als gewöhnlich, beispielsweise durch große Vulkanausbrüche oder verheerende Waldbrände wie in Kanada im Jahr 2017.


Zusammen mit dem Purpurlicht und manchmal auch Schattenstrahlen lässt sich häufig der sogenannte Erdschattenbogen beobachten. Es ist die durch die atmosphärische Streuung erkennbare Grenze zwischen dem violetten, im direkten Sonnenlicht befindlichen und dem blauen, (direkt) unbeleuchteten Teil des Himmels, unterhalb der die Atmosphäre noch im Erdschatten liegt und nur durch indirektes, blaues Streulicht erreicht wird.

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